Arbeiten von Studierenden der Uni Marburg
Im Rahmen der Ausstellung „New Realities. Fashion Fakes – KI Fabriken“ im Museum für Kommunikation Frankfurt haben Studierende des Masterstudiengangs Medien und Kulturelle Praxis der Philipps-Universität Marburg die Rauminstallation „Input, Output“ mitgestaltet.
Direkt im Museum ergänzten sie die Installation um eigene KI-generierte Arbeiten: Sie brachten Plakate an, hängten Arbeiten an die Wände und legten einen Reader mit begleitenden Texten aus.
Die Beiträge entstanden im Praxis-Seminar „New Realities. Stories von Kunst, KI und Arbeit“ unter der Leitung von Prof. Dr. Angela Krewani. Mit ironischen Slogans, dystopischen Ästhetiken und fiktiven Werbekampagnen der imaginären Firma HUMAX AI Inc. reflektieren die Studierenden die Automatisierung von Kreativität, Identität und die Rolle des Körpers im Zeitalter algorithmischer Kontrolle.
Praxis-Seminar: New Realities. Stories von Kunst, KI und Arbeit
Leitung: Prof. Dr. Angela Krewani
Philipps-Universität Marburg
Masterstudiengang Medien und Kulturelle Praxis
Teilnehmende: Stella Bruno, Alina Gutschalk, Linus Goldeman, Nico Sommerlad, Dana Lischewski
HUMAX AI. Inc. – Maximizing Humanity with AI
Mit Werbesprüchen wie „Trust the freedom we designed for you“, oder „You don’t need imagination. You have us.“ verspricht das Unternehmen HUMAX AI Inc. nicht nur Effizienz, sondern auch Entlastung und nimmt dabei billigend in Kauf, dass unsere geistige Autonomie und kreative Selbstbestimmung verloren gehen.
Im Rahmen eines Seminars im Masterstudiengang Medien und Kulturelle Praxis an der Philipps-Universität Marburg wird die selbstverständliche und allgegenwärtige Nutzung von KI in sämtlichen Lebensbereichen kritisch hinterfragt. Mit Fokus auf KI und Mode im Rahmen der Ausstellung „New Realities. Fashion Fakes – KI-Fabriken“, die derzeit im Museum für Kommunikation Frankfurt zu sehen ist, visualisiert eine Wandinstallation die Werbeplakate des fiktionalen Unternehmens HUMAX AI. Dieses möchte aus kapitalistischen Interessen heraus die geistigen Fähigkeiten und schöpferischen Potenziale von Menschen an Maschinen abtreten. Im Zentrum stehen Fragen nach der Bedeutung von Kreativität, der schleichenden Marginalisierung individueller Imagination, der Reduktion kreativer Denkvorgänge auf berechenbare, binäre Codes sowie die kulturelle Nivellierung durch vereinheitlichte Stilvorgaben und algorithmisch erzeugte Ethnizitäts-Muster. Kleidung verliert dabei ihre kulturaufgeladene Symbolik und wird zur funktionalen Oberfläche maschineller Effizienz. Auch der Foucault’sche Ansatz vom Körper als Schnittstelle gesellschaftlicher Normen, Disziplinierungsmechanismen und innerer Überzeugungen wird aufgegriffen; visualisiert durch einen KI-generierten Kurzfilm von dem Unternehmen HUMAX AI Inc., der zeigt, wie der Körper zur Projektionsfläche systematisierter Kontrolle wird. Die satirisch-utopischen Poster in kühlem Türkis, welches an metallische Reflexionen erinnert, und künstlich warmem Gelblicht evozieren eine technokratische Ästhetik und illustrieren dabei eine gar nicht mehr so ferne Zukunft. Die Plakate, die diese utopische Idee kritisch-dystopisch hinterfragen, dienen als Gegenüberstellung und Weckruf. Mit Sprüchen wie “The death of creativity didn’t come with silence – it came with a subscription” fangen die dunkelgrünen und erdrückenden Rottöne die schwere Atmosphäre ein, die vor dieser unabdingbaren Zukunft warnt.
Aus Gründen der Bequemlichkeit und Effizienz werden durch die immer voranschreitenden Entwicklungen die KIs intelligenter und menschlicher, während wir aufhören zu denken und wie Maschinen leben. Somit war es uns im Rahmen dieser Ausstellung wichtig, einen Ort zu schaffen, in dem wir offen und laut die Verwendung von KI in der Modeindustrie hinterfragen und kritisieren.
Verfasst von Stella Bruno
(der Text wurde mithilfe von Chat-GPT auf Rechtschreib- und Grammatikfehler überprüft und entsprechend überarbeitet)

