Arbeiten von Studierenden der Uni Marburg

Plakat im minimalistischen, flächigen Vektorstil in Grüntönen. Text „INSPIRED BY HUMANS. PERFECTED WITHOUT THEM“. Hintergrund zeigt stilisiertes Büro mit Computern, auf deren Bildschirmen Diagramme und ein Kleidungsdesign erscheinen. Großer Wandbildschirm mit „Human Creativity Dataset v12.4“. Unten rechts Logo „HUMAX AI“ mit stilisierter Sonnenblume.

KI und kreative Arbeitsfelder

HUMAX AI’s INSPIRED BY HUMANS. PERFECTED WITHOUT THEM spielt mit der Ästhetik futuristischer Tech-Konzerne, deren öffentliche Vision vordergründig von Innovation und Fortschritt geprägt ist, im Kern jedoch Effizienz als oberstes Ziel verfolgt. Potenziell resultierende Auswirkungen auf kreative Arbeitswelten können dadurch oft ambivalent oder gar dystopisch erscheinen. Der ironische Slogan „Inspired by humans. Perfected without them.“ bringt die Ambivalenz auf den Punkt: Menschen gelten als kreative Inspirationsquelle, aber nicht mehr als notwendiger Bestandteil produktiver Systeme.

Das Plakat verweist auf einen zentralen Aspekt der aktuellen KI-Debatte: Die zunehmende Automatisierung kreativer Arbeitsfelder, insbesondere in Design, Fotografie, Text und Mode. KI-gestützte Systeme lernen aus menschlichen Datensätzen, also kollektivem Wissen, bestehend aus ästhetischen Referenzen und emotionalen Ausdrucksformen und produzieren daraus neue Inhalte. Doch wer gestaltet, wenn der Mensch aus dem Schaffensprozess verschwindet?

Das Bild zeigt einen verlassenen Arbeitsplatz. Monitore laufen noch, Datensätze werden verarbeitet, aber die Stühle sind leer. Die menschenleere Szenerie markiert eine Zukunft, in der kreative Prozesse automatisiert wurden. Die Kreativität selbst bleibt präsent – aber abstrahiert, entkörpert, funktionalisiert.

Die Arbeit stellt keine einfache Technologiekritik dar, sondern fragt: Wie verändert KI die Bedingungen kreativer Arbeit? Welche Rollen bleiben für den Menschen? Wird Kreativität zur reinen Ressource, die verwertbar und effizient reproduzierbar sein muss? Und was bedeutet es, wenn der menschliche Beitrag unsichtbar wird und nur noch in Form von Daten existiert?

In Mode und Design, wo Individualität, Körperlichkeit und kultureller Kontext eine zentrale Rolle spielen, werden diese Fragen besonders spannend. KI-Tools können zwar Trends analysieren und visuelle Entwürfe generieren, aber sie ersetzen nicht zwangsläufig die emotionale, gesellschaftliche oder experimentelle Tiefe menschlicher Gestaltung. Dennoch verschiebt sich das Machtverhältnis: Von der kreativen Person hin zu Plattformen, Datensätzen, Algorithmen.

Das Plakat von HUMAX AI visualisiert diese Verschiebung zugespitzt – als Warnung, als Spekulation, vielleicht auch als Spiegel gegenwärtiger Entwicklungen. Es fordert uns auf, über unsere Rolle im kreativen Prozess neu nachzudenken – jenseits von Effizienz, hin zu Verantwortung, Sichtbarkeit und Teilhabe im Zeitalter der künstlichen Imagination.

 

Verfasst von Nico Sommerlad
(Dieser Text wurde im Sinne der Ausstellung teilweise mit ChatGPT verfasst)

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